Steppenrasen
Eine Besonderheit im Landkreis Schweinfurt liegt im Naturschutzgebiet „Sulzheimer Gipshügel“.
Seit 1979 stehen sie – eingebettet in eine vorwiegend landwirtschaftlich geprägte Gegend – unter Naturschutz. Auch europaweit sind die Gipshügel als besonders seltener Lebensraum Teil des Netzwerks der Schutzgebiete Natura 2000.
Die Gipshügel sind ein Relikt der Kältesteppen der letzten Eiszeit: Viele der Pflanzen, die hier wachsen, waren zum Ende der Eiszeit vor 10.000 Jahren noch weit verbreitet – heute sind nur noch wenige Reliktflächen übrig.
Die anstehenden Gipsböden verwittern – durch Trockenheit und Wärme verstärkt – zu wasserdurchlässigen und leicht erwärmbaren Carbonatböden: dadurch entsteht ein Extremlebensraum, der durch extreme Trockenheit und starke Temperaturschwankungen Tag/Nacht sowie Sommer/Winter geprägt ist.
Verstärkt wird dies durch das besondere Relief: Höhlen, Risse und Dolinen kennzeichnen die wellige Landschaft, und so entstehen kleinräumig klimatische Unterschiede.
So kommen hier auf engstem Raum vielfältige Standorte mit verschiedensten Pflanzenarten vor, die an diese Bedingungen angepasst sind: Federgräser, Steppen-Wolfsmilch und das Frühlings-Adonisröschen sind einige der botanischen Besonderheiten, die im Frühling viele Besucher anlocken.
Um die besondere Vegetation der Gipshügel zu bewahren, werden sie einmal jährlich gegen Mitte August gemäht, und das Mahdgut wird entfernt. Kleine Bracheinseln bleiben dabei stehen, um den spätaussamenden Pflanzen und vielen Insektenarten die Fortpflanzung zu ermöglichen. Die Pflege der Gipshügel erfordert dabei aufgrund des kleinräumigen Reliefs viel Handarbeit.
Mehr Infos zu den Gipshügeln, seiner Geschichte und Flora und Fauna finden Sie in der App natur.digital.bayern




