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Hecken

Hecke bei Schwebheim (Foto: Vera Bellenhaus)

Hecken - Lebensräume in der Kulturlandschaft

Hecken sind wichtige Bestandteile unserer Landschaft - und insbesondere im Frühling schmücken die weißblühenden und duftenden Schlehenhecken unsere Hänge und Täler. Aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen dürfen Hecken nicht ohne Genehmigung der Naturschutzbehörden beseitigt werden.


Gleichzeitig gebietet § 39 Abs. 5 BNatSch, dass die naturschutzgerechte Heckenpflege, nämlich das phasenweise „auf den Stock Setzen“ nur in den Wintermonaten Oktober bis Februar stattfinden darf. Hintergrund ist die Bedeutung der Hecken für viele Tier- und Pflanzenarten sowie als Landschaftselemente.

Hecken sind Rückzugsräume für viele Kleinsäuger wie Feldhase, Kaninchen, Igel und Brutplatz vieler Vogelarten. Garten- und Mönchsgrasmücken, Heckenbraunellen, Goldammern und Neuntöter sind typische Heckenbewohner unserer Landschaft. 

 

Insekten finden in Hecken Nahrung oder vermehren sich dort, sie dienen wiederum den Vögeln als Nahrung; ebenso die Früchte der Heckenpflanzen wie Beeren und Nüsse. Breite und dichte Hecken wirken gleichzeitig als Erosions- und Windschutz auf den landwirtschaftlichen Flächen. 

Heckenbraunelle (Bild: Zenaga auf pixabay)
Gepflegter Heckenabschnitt mit Beschilderung (Foto: Alexander Streng)


Breite Hecken findet man nicht mehr in dem Maße in unserer Landschaft, wie das einstmals der Fall war. Im Zuge von Flurbereinigungsverfahren beseitigte man viele Hecken und legte kleine landwirtschaftliche Flächen zu großen „Schlägen“ zusammen, um die Landwirtschaft effektiver zu gestalten. Entsprechend sind heutzutage viele landwirtschaftlich geprägte Gebiete arm an Strukturen und damit arm an Lebensräumen für viele Tier- und Pflanzenarten.
 

Die Neuanlage und Pflege von Hecken fördert der Freistaat Bayern unter anderem über das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP).

 

Hier werden die Hecken innerhalb mehrerer Jahre abschnittsweise „auf den Stock gesetzt“. Die Abschnitte treiben dann wieder aus, und verjüngen sich. 

Früher geschah dies oft automatisch: die Menschen brauchten Brennholz, und so waren Hecken auch wichtige Energielieferanten. 

 

Da die Brennholznutzung heutzutage nicht mehr üblich ist, sind viele Hecken in unserer Landschaft über lange Strecken altersgleich. So kommt es, dass sie überaltern: Sie vergreisen nach und nach und verhohlen von innen. Ihre ökologische Funktion geht dabei stückweise verloren.

 

Mehr Infos zur Kulap-Heckenpflege durch den LPV finden Sie unter Förderung!

Hecke in Werneck vor der Pflege. Mitunter überalterte bzw. abgestorbene Bereiche.

Vorher

Direkt nach Pflege. 20 m lange Abschnitte wurden entnommen. Aber nicht alles;  einzelne Gehölze und Totholz verbleiben als Schattenspender. Nach Verjüngung dieses Abschnitts kommt in 2 Jahren der Nachbarabschnitt dran. Foto: T. Papp-Váry

Nachher