Kalkmagerrasen
Steile und teils felsige Hänge findet man an vielen Stellen im nördlichen Landkreis Schweinfurt. Der Naturraum „Hesselbacher Waldrand“ wird auch die „Schweinfurter Rhön“ genannt.
Das Grundgestein ist Muschelkalk. An einigen Stellen herrscht Keuper vor. Die Böden der Kalkmagerrasen sind meist flachgründig und weisen einen basischen pH-Wert auf. Die hier vorkommenden Pflanzen sind Spezialisten, die an die besonderen Bedingungen dieser Standorte angepasst sind: starke Trockenheit im Sommer und geringe Versorgung an Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor. Kalkmagerrasen wurden traditionell beweidet oder zur Heugewinnung gemäht. Doch heute lohnt der Aufwand nicht den Ertrag.
Entsprechend sind viele Hänge brach gefallen. Die Flächen verbuschen und dort, wo vormals artenreiches Offenland herrschte, entstehen schließlich Wälder. Diese sind aber dann im Allgemeinen ärmer an Kräutern, Gräsern, Flechten, Spinnen, Insekten, Reptilien und Vögeln.
Doch unter dem Schlehengebüsch befinden sich oft noch Reste der ehemaligen Offenland-Vegetation. Kalkmagerrasen beherbergen eine Vielzahl seltener Pflanzenarten, die wiederum die Nahrungs- und Fortpflanzungsgrundlage für Insekten, wie z.B. Heuschrecken und bestimmte Schmetterlinge darstellen.
Viele dieser Pflanzen und Tiere sind nach der Nutzungsaufgabe der Hänge selten geworden, da sie als lichtliebende Arten unter dichtem Buschwerk keine passenden Lebensbedingungen mehr finden. Zugleich sind sie auf nährstoffreicheren Standorten nicht konkurrenzfähig; hier haben andere, häufige, Arten die Oberhand.




