Streuwiesen

Gelb gefärbtes Pfeifengras im September (Foto: Vera Bellenhaus)

Streuwiesen – ein vom Aussterben bedrohtes Natur- und Kulturgut

Noch im Herbst stehen die Gräser auf der Streuwiese hoch, und die blauen Blütentupfer bilden einen eindrucksvollen Farbkontrast zum strohgelben Pfeifengras – dieses Bild zeigt sich im Herbst auf einer der verbliebenen „Pfeifengras- oder Streuwiesen“ im „Grettstädter Reliktengebiet“.  

 

Durch die späte Mahd der Streuwiesen finden sich hier viele spätblühende Pflanzenarten. Ihre Hauptblütezeit liegt im Sommer und Spätsommer – eine Zeit, in der die meisten anderen Wiesen bereits mehrmals gemäht wurden.

Da das Mahdgut als Futter ungeeignet war, wurde es als Einstreu für den Viehstall verwendet. Man legte die Wiesen auf ertragsarmen und feuchten Standorten an, denn die ertragreichen Standorte wurden für den Ackerbau oder als Futterwiesen verwendet. 

 

Im Landkreis Schweinfurt findet man hier und da, versteckt zwischen Äckern und Wiesen, kleine Streuwiesen. Diese sind durch die Untere Naturschutzbehörde über Jahrzehnte entwickelt, gepflegt und nun vom Landschaftspflegeverband übernommen worden. Langjährige Partnerschaften mit ortsansässigen Landwirten gewährleisten die fachgerechte Pflege.

Brachestreifen am Naturdenkmal Riedwiese (Foto: Vera Bellenhaus)
Gewöhnlicher Fransenenzian (Bild: Vera Bellenhaus)

Die wohl bekannteste Streuwiese im Landkreis Schweinfurt ist die Grettstädter Wiese nördlich des Riedholzes. 

 

Jedes Jahr im September / Oktober – wenn das Pfeifengras ausgesamt hat - wird sie gemäht und das Mahdgut von der Fläche entfernt. Bei der Mahd werden „Brachestreifen“ ausgespart, um Rückzugsgebiete für überwinternde Insekten zu schaffen. 

 

Auch seltene, spät aussamende Pflanzen wie der Gewöhnliche Fransenenzian (Gentianella ciliata) oder Deutsche Fransenenzian (Gentianella germanica) werden von der Mahd ausgespart.

Ästige Graslilie (Foto: Vera Bellenhaus)
Kugelige Teufelskralle
Deutscher Kreuzenzian (Foto: Vera Bellenhaus)